Integrierte Freiraumplanung für den neuen Baubetriebshof der Kolpingstadt Kerpen
Nachhaltig. Funktional. Zukunftsorientiert.
Mit dem Neubau des Bau- und Betriebshofs setzt die Kolpingstadt Kerpen ein starkes Zeichen für eine moderne, leistungsfähige und zugleich nachhaltige Infrastruktur. Auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Areal entsteht ein zukunftsweisender Betriebshof, der ökologische, städtebauliche und funktionale Anforderungen intelligent vereint.
Auftraggeber
Europäische Urban Initiative (EUI) – Kolpingstadt Kerpen
Ort
Kerpen, Deutschland
Leistung
Freianlagenplanung
Partner
ATP architekten ingenieure, Frankfurt
Kontext & Lage
Das Areal liegt auf flachem Terrain in etwa 85 Metern Höhe – ideale Voraussetzung für eine effiziente Erschließung ohne große Erdbewegungen. Das Umfeld ist seit den 1950er-Jahren weitgehend unverändert und zeigt sich vielfältig: Gewerbeflächen, geschützte Naturräume, Kleingärten, ein Friedhof sowie offene Feldlandschaften schaffen spannungsreiche landschaftliche Übergänge.
Heute noch landwirtschaftlich genutzt, wird das Grundstück künftig als Standort des zentralen Baubetriebshofs entwickelt – eingebettet in ein heterogenes Gefüge, das städtische Dynamik mit landschaftlicher Qualität verbindet.
Freiraumstruktur & Vegetation
Die Freiraumplanung orientiert sich an den vorhandenen Strukturen. Verschiedene Grünraumtypen – von Friedhofsgrün über Straßenbegleitgrün bis hin zu extensiv begrünten Dächern – prägen das Bild. Die bisher fehlende Vegetation eröffnet dabei Spielraum für eine gezielte landschaftsarchitektonische Neugestaltung.
Vorgesehen ist die Pflanzung standortgerechter Gehölze wie Stieleiche, Hainbuche und Buche, ergänzt durch heimische Sträucher und trockenheitsresistente Gräser. Solargründächer verbinden Biodiversität mit Energiegewinnung. Ein integriertes Regenwasserkonzept mit Zisterne, wasserdurchlässigen Belägen und Retentionsflächen unterstützt die klimaresiliente Entwicklung des Standorts.
Erschließung & Mobilität
Der Standort ist hervorragend angebunden: Die Nähe zu den Autobahnen A4 und A61 sowie zur Kreisstraße K17 bietet optimale Voraussetzungen für Logistik und Mobilität. Ergänzt wird die Erschließung durch Radwege und die Buslinien 933 und 964 – ein klares Bekenntnis zum Umweltverbund.
Die innere Organisation erfolgt über eine ringförmige Zufahrt. Alle Funktionsbereiche – von Lagerflächen bis zu Werkstätten – sind effizient angebunden. Separate Lieferzonen ermöglichen einen reibungslosen Ablauf und optimieren die Betriebslogistik.

Flächennutzung & Gestaltungskonzept
Etwa 60 % der Außenflächen sind für betriebliche Nutzungen wie Fahrwege, Stellplätze und Lagerbereiche vorgesehen. Weitere 15–20 % entfallen auf ökologische Ausgleichsmaßnahmen, Grünflächen und Erweiterungsreserven. Die verbleibende Fläche dient dem technischen Kernbetrieb.
Das gesamte Gelände wird umzäunt – mit besonderem Augenmerk auf Durchlässigkeit für Kleintiere und die Begrünung der Grundstücksgrenzen mit klimaresilienten Heckenpflanzen. Helle Bodenmaterialien mit hoher Reflexionswirkung (Albedo) tragen zur Reduzierung sommerlicher Hitzeinseln bei.
Zukunftsfähige Infrastruktur
Die Freianlagenplanung folgt einem integrativen Ansatz: Energieeffiziente, insektenfreundliche Beleuchtungssysteme, extensive Dachbegrünungen in Kombination mit Photovoltaik und smarte Steuerungselemente unterstreichen den zukunftsorientierten Anspruch des Projekts.
Der neue Baubetriebshof wird so nicht nur den funktionalen Anforderungen gerecht, sondern setzt auch Maßstäbe im Sinne ökologischer Nachhaltigkeit, städtebaulicher Integration und klimaangepasster Planung.
Ein Projekt mit Signalwirkung – für eine leistungsfähige, nachhaltige Stadtentwicklung in Kerpen.
Bildnachweis
Alle Bilder © ensphere